Leiterin: Jutta Jecht


 
      
Schulhof Wend Zoodo                Kinder von Wend Zoodo                     Esther II

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Neues vom Afrikakreis: Projektbesuch
Im Februar 2008 besuchten die Leiterin des Afrikakreises, Fr. Jutta Jecht, und die Vorsitzende des FORUM EINE WELT GAUTING e.V., Fr. Hildegard Münstermann, die Schulen unseres Projektpartners, Pierre Nikiema in Ouagadougou/Burkina Faso. Erfreut konnte festgestellt werden, dass das Projekt gut läuft, d.h. dass unsere Zuwendungen verantwortlich verwendet wurden. Schulleitung, Lehrer, Schüler und auch Eltern dankten für unsere Unterstützung. Im Folgenden können neue Fotos unsere Ausführungen veranschaulichen.

Die Anfänge des Afrikakreises
Der Afrikakreis ist in der Evangelischen Kirchengemeinde Stockdorf entstanden. Er schloss sich dem FORUM EINE WELT GAUTING e.V. an und blieb weiterhin der ev. Gemeinde Stockdorf verbunden.

Im Jahre 1991 kam der Lehrer Pierre Nikiema aus Ouagadougou/Burkina Faso nach Stockdorf, vermittelt durch die französische Hilfsorganisation ATD ("aide a toute degre"). Er bat um Unterstützung für seine Schule:
In einem Armenviertel von Ouagadougou/Burkina Faso hatte der junge Lehrer mit eigenen Mitteln eine Privatschule mit Namen WEND-ZOODO gegründet, in der 2 Klassen mit etwa 100 Kindern unterrichtet wurden. Die Kinder hatten keine Bänke, sie saßen auf Lehmziegeln. Das Schulgeld von etwa 3,- DM im Monat deckte bei weitem nicht die Unkosten und konnte auch nicht von allen Eltern aufgebracht werden.

Der Afrikakreis beschloss, das Projekt zu unterstützen und beim Bau weiterer Klassenzimmer zu helfen. Seit 1994 erhalten die Kinder eine Schulspeisung, die ganz aus Mitteln des Afrikakreises finanziert wird.

Projektförderung
Aus der evangelischen Gemeinde Stockdorf kamen die ersten Fördermittel, mit denen die ersten Klassenzimmer gebaut wurden. Das FORUM EINE WELT GAUTING e.V. rief zu Spenden auf. Auch mit Hilfe von Veranstaltungen wie „Advent in St. Benedikt“ von der katholischen Pfarrei in Gauting konnten Bauvorhaben finanziert werden. Daneben bestand ein Lern- und Unterstützerkreis "Burkina Faso" am Otto-von-Taube-Gymnasium Gauting (OvTG).

Projektbetreuung
Jahrelang leitete Heidi Bosl mit Umsicht den Afrikakreis; doch verstarb sie wenige Monate nach dem zweiten Besuch unseres Projekt-Partners Pierre Nikiema, im Herbst 2000. Die Leitung übernahm zunächst Dr. Karla Delius, und dann Jutta Jecht.

Lebendige Partnerschaft
Trotz der großen Entfernung konnte ein persönlicher Kontakt aufrechterhalten werden.

- 1991: Erstbesuch von Pierre Nikiema in Stockdorf und Gauting.

- 1992/93: Den ersten Besuch in Burkina Faso machte ein Jugendlicher der evang.
  Gemeinde, Florian Volkmann, nachdem er an seiner Schule (OvTG) die
  Unterstützung des Projektes organisiert hatte. Nach mehrwöchigem Aufenthalt
  als Gast unseres Projektpartners Pierre Nikiema konnte er Land und Leute kennen
  lernen und hier davon berichten.

  Für "unser" Projekt engagierte sich die Französischlehrerin am OvTG,
Frau Heidi
  Meinzolt-Depner
in besonderer Weise. Ihr war und ist es ein Anliegen, Schüler zum
  "Eine-Welt-Bewußtsein" zu führen, d.h. sie für andere Kulturen und unsere
  Verantwortung zu sensibilisieren. Sie unternahm zwei Reisen mit Schülern nach
  Ouagadougou (2002 und 2007).

- 2000: Pierre Nikiema kam nach Gauting zu Projektbesprechungen und
  Berichterstattung bei den Unterstützer-Gruppen.

- 2002: Erste Reise von Schülern des OvTG nach Ouagadougou unter Leitung von Fr.
  OStR’in Meinzolt-Depner: Sie wohnte sie mit der Schülergruppe für zwei Wochen
  bei der Familie Nikiema. Die Schüler halfen beim Bau eines Klassenzimmers,
  spielten und malten mit den Schülern, lernten das Alltagsleben kennen mit
  Kochen nach afrikanischer Tradition, mit Waschen bei großer Wasserknappheit,
  Einkaufen, Kontakten zu Nachbarn und Verwandten der Fam. Nikiema.

- 2004: Pierre Nikiema, eingeladen von einer anderen Unterstützergruppe,
  berichtete dem Afrikakreis von seinen Schulen und von besonderen
  Schwierigkeiten.

- 2005: Fr. Meinzolt-Depner besuchte anlässlich eines privaten Aufenthaltes in
  Burkina Faso auch unsere Projektschulen.

- 2007 fand eine weitere Schülerreise unter Leitung von Fr. Meinzolt-Depner statt,
  diesmal zu einem privaten Mädchengymnasium in Ouagadougou. Von da aus
  besuchten sie auch Pierre Nikiema und seine - inzwischen - drei Grundschulen.
  Im Schulhof von Wend-Zoodo bauten die Gautinger unter großen Mühen eine
  Schaukel für die Kinder.
   Homepage des Otto-von-Taube-Gymnasiums:
     
www.ovtg.de/3_arbeit/0_Archiv/4_burkinafaso/ und: www.ovtg.de

- 2008: Im Februar fuhren Frau Jutta Jecht, Leiterin des Afrikakreises, und
Frau
   Hildegard Münstermann
, Vorsitzende des FORUM EINE WELT GAUTING zu
  Pierre Nikiema. Sie besuchten die Familie und die Schulen des Projektpartners,
  begegneten Lehrern, Eltern und Freunden der Schulen. Spenden von uns und
  von Gautinger Unterstützern wurden dankbar entgegengenommen: Medikamente,
  Vitaminpräparate, Kalender, diverses Schreib- und Lehrmaterial, Material für
  Schulfeste und sportliche Ertüchtigung (Fußball für die Buben, Springseil für
  Mädchen) etc.

"Unsere" Schulen in Ouagadougou
Die Schulen liegen in den Randbezirken der 1,3 Millionenstadt Ouagadougou, wo es keine asphaltierten Straßen, meist keinen Strom und kein Wasser gibt. Die Menschen leben in Lehmhütten, äußerst ärmlich. Für diese Familien baute Pierre Nikiema Schulen, denn im Staat Burkina Faso gibt es immer noch 80 % Analphabeten.

 
     Handarbeitssaal v. Esther I           Schulgebäude Esther I                              Esther II

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Es gilt das französische Schulsystem: Nach 6 Grundschuljahren machen die Schüler eine Abschlussprüfung. Die Erfolge der schulischen Arbeit zeigen sich nicht nur in der Qualität des Unterrichts, durch gute Prüfungsergebnisse (Ehrenurkunden von der staatlichen Schulaufsicht!), sondern auch in einem stetigen Wachstum der Schulen.

Inzwischen hat die Grundschule Wend-Zoodo 12 Klassenzimmer, eine „Schulküche“ sowie einen Brunnen. 1995 wurde Esther zunächst als reine Mädchenschule gegründet; sie ist jetzt gemischt. Mit Gautinger Spenden wurde ein Rundbau als Handarbeitssaal errichtet. Auch hier gibt es einen Brunnen. Weit draußen - in einer „Sandwüste“ - wurde eine weitere Schule gebaut, Esther II genannt. Die beiden Schulen Esther haben je 6 Klassenräume. Insgesamt werden ca. 1750 Schüler unterrichtet. Etwa die Hälfte sind Mädchen!! Die Klassenstärke liegt zwischen 70 und 95!!

Die Klassenzimmer sind einfach gebaut und meist mit "alten" Holzbänken, Tischen oder Pulten ausgestattet. Meist sind an Vorder- und Rückwand der Klassenräume große Tafeln angebracht.
Der Einsatz der Tafel spielt im Unterricht eine große Rolle. Anschauungs- und Lehrmaterial gibt es kaum. Jedoch wurden erstmals im Schuljahr 2007/2008 vom Staat Lehrbücher zur Verfügung gestellt - eine Auswirkung des Schuldenerlasses durch die Weltbank.

 
        
1. Die Schulspeisung: auf offenem Feuer wird das Essen in riesigen Kesseln gekocht.
      2. Zwei größere Schüler bringen eine große Schüssel des Reisgerichts in die Klassenzimmer.
   3. Drei Mütter verteilen in allen Klassen das Essen in die bereitstehenden Töpfchen der Schüler.
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D
ie Erziehung zur ethnischen und religiösen Toleranz gehört zu den Grundprinzipien des Schulleiters. Unterrichtssprache ist in den Anfangsklassen Mooré, die Sprache der Mehrheitsethnie, dann erlernen die Kinder Französisch, die Amtssprache. - Kinder von Animisten, Muslimen und Christen werden gemeinsam unterrichtet.

Die beiden Vereinsvertreterinnen haben alle 24 Klassen besucht, nahmen Unterrichtsinhalte wahr, z.B. Gesundheitslehre mit Informationen zu Hygiene und Aids, gut gestaltete Tafelbilder, schön beschriebene Schiefertafeln der Anfänger, sauber geführte Hefte der Größeren, Freude und Stolz der Kinder in einer Schule zu sein! Beeindruckt hat sie besonders die Disziplin der Kinder sowie die Freundlichkeit und Aufgeschlossenheit der Erwachsenen. Trotz offensichtlicher Armut zeigen die Menschen Lebensfreude und erscheinen sogar als Lebenskünstler.

 
       Frau Jecht in einer Klasse                         Tafelarbeit                 Eine "brave" Klasse von Esther I
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Weitere Verbesserungen bei Wend-Zoodo
2007 konnten wir den Bau einer Mauer um die Schule Wend-Zoodo ermöglichen und damit eine vor langer Zeit vorgetragene Bitte erfüllen. Nun ist die Nutzung des Schulhofes durch die Nachbarschaft oder das Eindringen von Ziegen unterbunden. Es konnten ein Schulgarten angelegt und Schatten spendende Bäume gepflanzt werden. Die z.Zt. defekte Solaranlage auf dem Dach soll repariert werden: den Kontakt mit einer Solarstrom-Firma in Ouaga konnten wir herstellen.

Erfreulich ist auch die Erwachsenenarbeit: Pierre Nikiema bietet nun einen Alphabetisierungskurs für Frauen an!

 
       Mauer an der Rückseite          Brunnen an der Strassenseite;        Schulgarten an der Rückseite
              des Schulhofs;                   nachmittags für Frauen der               erste Pflanzungen von
     davor: Schaukel, dahinter           Nachbarschaft zugänglich             Gemüse sowie Obstbäumen
        Baustelle für Toiletten
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Perspektiven für die Zukunft
Die Schulen Esther I und Esther II benötigen ebenfalls eine schützende Mauer
  gegen Wind, Tiere und ungebetene Gäste.

Im Handarbeitsraum bei Esther I gibt es nur wenige Nähmaschinen und Möbel. Die
   Ausstattung müsste ergänzt werden.

Finanzierungsprobleme wurden aufgezeigt: die Bezahlung der Lehrkräfte sowie der
  anfallenden Sozialabgaben ist ein immer wieder auftretendes Problem, zumal das
  Schulgeld (ca. 30 ! im Jahr) nur von einem Teil der Eltern regelmäßig gezahlt wird;
  viele lassen "anschreiben". Zuschüsse vom Staat gibt es nicht.

- Die jüngste Ernährungskrise wirkt sich auch in Burkina Faso aus: Die

   Lebensmittelpreise
sind um ca. 40 % gestiegen, so dass unsere monatliche
  Überweisung für die Schulspeisung erhöht werden müsste. - Hinzu kommt, dass
  die Inflationsrate stark angestiegen ist: im Februar 2008 lag sie bei 68 %!


 
                                                          Abschied von Wend Zoodo
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- Ergebnis des Projektbesuches:
Die Schulen von Pierre Nikiema werden weiterhin für
  förderungswürdig erachtet.

  Angesichts der Tatsache, dass das
Land Burkina Faso zu den ärmsten Ländern der
  Welt
gehört, und nicht zu erwarten ist, dass sich die Lebensbedingungen in
  Ouagadougou in absehbarer Zeit bessern, aber Bildung als Investition für die
  Zukunft unerlässlich ist,

                                     BITTEN WIR UM IHRE SPENDE!







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